Gaborone – Tipps für die Hauptstadt Botswanas

Viele haben uns von einem Besuch von Gaborone abgeraten. Zeitverschwendung hieß es. Stimmt nicht, finden wir. Hier sind unsere Tipps für die Hauptstadt Botswanas.

Versucht man in Reiseführern oder Reiseblogs Tipps für den Besuch der botsuanischen Hauptstadt Gaborone zu finden, heißt es oft: Hat wenig Touristisches zu bieten. Lohnt sich nicht. Zeitverschwendung. Wir haben uns ein paar Tage gegönnt, um uns selbst eine Meinung zu bilden. Und waren positiv überrascht.

Überblick Gaborone 

Botswana hat bei der Bevölkerungsverteilung eine klare Tendenz zur Stadt: Fast ¾ der Einwohner Botswanas leben in Städten – und ¼ der botsuanischen Bevölkerung lebt in Gaborone und in dessen Speckgürtel. Die Stadt ist also wirklich das pulsierende Herz des sonst recht dünn besiedelten Landes.

Botswana ist eines der wohlhabendsten Länder Afrikas. Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 17.579 $ pro Kopf steht es deutlich besser da als die Nachbarn Namibia (9.960$), Südafrika (14.442$)und Simbabwe (2.364$). Mit einer brummenden Wirtschaft und einer Arbeitslosenquote von gerade einmal 5,2 % gilt Botswana als Vorzeige-Demokratie im südlichen Afrika.

Trotz des Wohlstands hat Gaborone aber weniger das hippe urbane City-Flair, das die Südafrikanischen Städte wie Kapstadt oder Durban haben. Hier gibt es viel mehr versteckte Orte und Plätze – die aber den Besuch sehr lohnenswert machen, wie wir finden.

Wenn du einen Wochenend-Trip oder eine 3–4-tägige Reise planst, empfehlen wir dir, die Reisezeit von April bis Oktober. In dieser Zeit gibt es am wenigsten Regen und angenehme Temperaturen. Es gibt auch eine Vielzahl von Events in der Stadt während dieser Zeit, wie zum Beispiel die Gaborone International Music & Culture Week und der Botswana Day im September.

Anreise:Mit dem Flugzeug, Auto oder Fernbus
Must-See:Regierungsviertel und Main Mall
Beste Reisezeit:ganzjährig möglich, besser zwischen April und Oktober
Besonderheit:Tierpark in der Stadt, Sanitas Gartencenter

Karte von Gaborone

Highlights in Gaborone

Main Mall Bummel

Um ein bisschen in die Stadt reinzufühlen und sich ein bisschen an die Stadtluft zu gewöhnen, empfiehlt sich ein Bummel über die Main Mall, die Haupteinkaufsstraße der Stadt. Während wir da waren, waren ganz viele Marktstände und Händler da. 

Regierungsviertel erkunden und Architektur bewundern

Beim Thema Sightseeing ist Gaborone tatsächlich etwas schwach auf der Brust. Aber zum Beispiel da Regierungsviertel ist absolut sehenswert. Die Bauten, zum Beispiel das Gebäude der Nationalversammlung (National Assembly Building), sind Teil des Stadtzentrums, das als Planstadt entworfen wurde. Das Stadtzentrum bildet einen Halbkreis um das Regierungsviertel, von dem nach Osten die Straßen strahlenförmig führen.

Sonnenuntergang am Yachthafen und der Gaborone Dam

Der Gaborone Dam ist ein großer Stausee, der direkt an die Stadt grenzt. Und er ist das perfekte Naherholungsziel. Hier gibt es unzählige Wanderwege, Picknickplätze und Grillstellen. Außerdem bieten sich hier tolle Spots für ein Fotoshooting.

Besonders schön ist der Sonnenuntergang am Dam von der kleinen Halbinsel am Yachthafen zu sehen. Hier gibt es viele schöne Plätze, um den Sonnenuntergang zu genießen. Wir haben hier viele Einheimische getroffen, die hier gegrillt haben.

Zum Kaffee oder Eis ins Sanitas Gartencenter

Einfach mal in den Baumarkt gehen? Das Sanitas Gartencenter ist eigentlich ein Ort, n dem man Übertöpfe, Setzlinge oder Blumenerde kauft. Aber im Inneren verbirgt sich eines der vielleicht schönsten Cafés in Gaborone. Ihr könnt unter Palmen sitzen und in einer wunderbaren grünen Oase sehr guten Kaffee, Limonade oder veganes Eis genießen.

Auch für Kinder ist hier viel geboten. Es gibt einen kleinen Spielplatz – und freilaufende Affen. Die klauen auch gerne mal was Süßes oder das Eis. Also gut aufpassen.

Perfekter Aussicht über Gaborone von der Dachterrasse

Diesen Tipp könnten wir ja fast für jeden Städte-Trip geben: Geht auf eine Dachterrasse. Wir finden das immer super: Einen Ausblick über die Stadt, bei einem Drink oder zum Essen, das ist immer was Feines. Machen wir wirklich fast überall. Auch weil man dann ein Gefühl für die Dimensionen der Stadt bekommt. 

In Gaborone können wir euch dafür die Rooftop Bar des Room50two empfehlen. Ist ein schickes Hotel mit Restaurant auf dem Dach. Da bei uns das Wetter etwas unsicher war, sind wir nur für die Aussicht rauf und nicht noch auf einen Drink geblieben. Bei gutem Wetter aber sicherlich eine coole Sache.

Unweit des Room50two ist auch das Three Dikgosi Monument. Eine Statue, die an die drei Stammesführer erinnert, die Ende des 19. Jahrhunderts dafür sorgten, dass die Stämme der Batswana unter Britischem Protektorat blieben, aber unabhängig von den anderen Staaten der British South Africa Company verwaltet wurden. Der erste Grundstein für die Unabhängigkeit Botswanas 1960.

Wanderung auf den Kgale Hill

Um einen guten Überblick über die Dimensionen der Stadt zu bekommen, könnt ihr entweder auf eine der oben beschriebenen Dachterrassen gehen, oder ihr unternehmt eine kleine Wanderung auf den Kgale Hill. Die Wanderung dauert gut 1-1,5 Stunden. Aber oben bietet sich ein toller Blick auf die Stadt – und wenn ihr den Wetterbericht gut studiert habt – auch ein genialer Sonnenuntergang.

Die Wanderung startet etwas seltsam an einem Baustellen-Parkplatz (Stand Oktober 2022). Aber der Weg nach oben ist gut gekennzeichnet. 

Cafés und Bars erleben

Nach fast zwei Monaten on the Road war Gaborone unsere erste urbane Erfahrung nach einer sehr langen Zeit. Da fanden wir es richtig schön durch die Stadt zu bummeln und auch das eine oder andere Café auszuprobieren. Zwei fanden wir besonders gut – sowohl von der Atmosphäre, als auch von der kulinarischen Auswahl. Zum einen das No. 1 Women Cafe. Das liegt direkt in einer kleinen Künstler-Siedlung. Vor nach oder zwischen dem zweiten und dritten Getränk lohnt es sich bisschen durch die garagen-artigen Ateliers zu bummeln. Gibt echt schöne Sachen hier. Und der Chai-Latte und der Kaffee waren wirklich gut.

Das zweite Café, das wir euch empfehlen wollen, ist das Daily Grind Café. Lasst euch nicht abschrecken – rund um das Café sind viele Kanzleien und Büro-Komplexe. Deswegen ist das Publikum eher im Business-Outfit da. Auch die eine oder andere Besprechung kann man hier beobachten. Aber die Karte ist wirklich großartig. Sehr guter Kaffee, aber auch leckere Gerichte und Kuchen. Zudem: Das Wlan ist für die örtlichen Verhältnisse ausgesprochen gut und zuverlässig. Das war für uns für die Recherche vor Ort ein wichtiger Punkt.

Gaborone Game Reserve – Ein Kleiner Nationalpark in der Stadt

Ja, in Gaborone gibt es einen kleinen Wildpark in der Stadt, der Heimat von einer Vielzahl von Wildtieren ist. Es gibt hier eine Vielzahl von Straßen und Trails, auf denen du auch Tierbeobachtung gehen kannst. Es gibt auch einen kleinen Streichel-Zoo, der besonders für Kinder interessant ist.

Natürlich kann man das Gaborone Game Reserve nicht mit den großen Nationalparks wie dem Etosha in Namibia, dem Chobe oder gar dem Krüger Nationalpark in Südafrika vergleichen. Aber es gibt trotzdem jede Menge Zebras, Antilopen und Warzenschweine.

Der Park ist relativ klein. 4 Kilometer in der Länge und 2 Kilometer in der Breite. Ihr müsst also keine Angst haben euch zu verfahren. Nur für den Park nach Gaborone zu fahren lohnt sich nicht, aber für einen knappen Tag ist es ein toller Ausflug.

Schlafen in Gaborone

In Gaborone gibt es für jeden Geldbeutel eine Unterkunft. Sehr schick könnt ihr natürlich im Room50two schlafen. Das ist das Hotel, bei dem oben die coole Dachterrasse ist. Schick ist auch das Protea-Hotel.

Wenn es eher fürs kleine Budget sein soll, haben wir auch nach Guesthouses geschaut. Hier können wir euch das Green Lagoon Guesthouse oder die Golden Door Villa empfehlen. Beide auch mit Pool.

Für Camping oder auch als Hostel wäre das Mokolodi Backpackers zu empfehlen. Etwas außerhalb, aber in der Nähe es Gaborone Dam gelegen ist es eine günstige Unterkunft im Grünen. Außerdem seid ihr schnell beim Mokolodi Nature Reserve.

Umgebung von Gaborone

Die Mokolodi Naturreserve: Ein beliebtes Ziel für Naturliebhaber, das eine Vielzahl von Wildtieren und Wanderwegen bietet. Das Natur Reservat ist Heimat von Elefanten, Giraffen, Antilopen und vielen anderen Tieren. 

Fazit

Sicherlich: Gaborone ist nicht Kapstadt, Rio oder Paris. Aber es ist auf seine Art eine beeindruckende Stadt. Wir fanden es spannend die Stadt einige Tage zu erkunden. Und irgendwie spricht eine Hauptstadt ja auch immer Bände, wenn man ein Land verstehen will. Genau deswegen lohnt sich ein Besuch in Gaborone. Wegen einigen lohnenden Sehenswürdigkeiten und um ein Gefühl für das Land und die Leute zu bekommen.

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