Etosha Nationalpark in Namibia –  Alle Tipps für Selbstfahrer und Safaris

Der Etosha National-Park zählt zu den Top-Highlights einer Namibia Reise. Doch für den Besuch im Tierparadies gibt es ein paar Dinge zu beachten.

Der Etosha Nationalpark ist bei den Highlights und Top-Tipps einer Namibia Reise eigentlich immer ganz oben auf der Liste. Und das hat gute Gründe: Fast wie nirgendwo anders in Namibia kann man so wunderbar Tiere aus nächster Nähe bewundern und auf eigene Faust auf Entdeckungsfahrt gehen. Es gibt tausende Tiere im größten Nationalpark Namibias und mit ein bisschen Glück und ein paar Regeln kann man wirklich unglaublich viele davon sehen – und das aus dem eigenen Auto oder vom erhöhten Rücksitz eines offenen Safari-Trucks. 

Aber es ist wichtig zu sagen: Der Etosha ist absolut mit nahezu jedem PKW zu fahren. Die Straßen sind weder steil noch sandig. Natürlich sind es mitunter holprige Schotterpisten, aber wir haben das auch schon mit einem normalen PKW gemacht. Damit ist der Etosha neben dem, dass er der größte Nationalpark Namibias ist, der am leichtesten Zugängliche.

Unsere Highlights waren beim letzten Besuch definitiv wieder die Elefanten und das Nashorn am Wasserloch, aber auch die Zebras und Giraffen in der Abendsonne, quasi direkt neben dem Auto und vor der Nase zu haben, war absolut beeindruckend. 

Der Nationalpark im Überblick

Größe des Parks:22.270 qkm
Anzahl Wasserlöcher:mehr als 40
Anzahl Camps:
Eintritt:Nicht-Namibier 150N$ p.P. und 50N$ p. Fahrzeug (unter 10 Sitzplätze), für Kinder unter 16 Jahren ist der Eintritt frei
Beste Besuchszeit:Trockenzeit (Mai-Oktober)

Karte vom Etosha Nationalpark

Welche Tiere gibt es im Etosha?

Die Menge und Unterschiedlichkeit an Tieren im Etosha sind grandios. Es gibt mehr als 110 Säugetier-, rund 110 Reptilien- und über 340 Vogelarten. Aus eurem eigenen Auto heraus könnt ihr im Etosha 4 der Big 5 sehen: Löwen, Leoparden, Elefanten und Nashörner.

Aber auch die vielen Antilopen, Zebras, Giraffen und die süßen kleinen Erdmännchen sind es wert in Schleichfahrt durch den Park zu fahren.

Erdmännchen etosha

Welche Route ist die beste im Etosha?

Das lässt sich tatsächlich nicht so leicht beantworten, da es auf euer Zeitbudget ankommt. Wir haben zwei Tipps an dieser Stelle: Wir sind aufgrund dessen, dass wir davor an den Epupa Falls waren, vom Westen in den Etosha gefahren, durchs Galton Gate. Dann ging es Richtung Osten und beim Anderson Gate im Süden wieder raus. Am nächsten Tag dann vom Anderson Gate weiter in den Osten Richtung Halali und Namutoni.

Das hatte für uns mehrere Vorteile: Wir sind nach Mittag reingefahren und hatten bis zum Abend so immer die Sonne im Rücken, was für die Fotos und auch für die Tierbeobachtung als solches angenehmer war. Und am nächsten Morgen konnten wir der aufgehenden Sonne entgegenfahren, was gerade an den Wasserlöchern auch toll war. Überhaupt können wir euch empfehlen in den Westen des Etosha zu fahren, da hier weniger los ist (die meisten fahren nur über die Standard-Route zwischen Okaukuejo und Namutoni). Von der Tier-Seite haben wir hier aber wunderbar Elefanten, Giraffen und Zebras gesehen. 

Natürlich macht die Route in die andere Richtung auch Sinn: im Osten ganz früh starten und mit der Sonne zu fahren. So wird man da nicht geblendet. 

Insgesamt können wir euch für die Routenplanung mitgeben: Fahrt langsam und fahrt nicht nur von Wasserloch zu Wasserloch. Fahrt die kleinen Circles und Stichstraßen, denn wo weniger Menschen sind, sind oft mehr Tiere. Sonst: Von West nach Ost oder von Ost nach West – je nach Startzeit.

Welche Wasserlöcher sind die besten im Etosha

Wann und wo welche Tiere am besten zu beobachten sind, das ändert sich mit der Jahreszeit, der Temperatur und der Menge an Regen, die im jeweiligen Jahr fällt oder gefallen ist. DAS eine perfekte Wasserloch gibt es nicht. Daher hier ein paar persönliche Eindrücke von uns: 

Wir waren mehrfach zu unterschiedlichen Tageszeiten am Wasserloch im Okaukuejo Camp. Das war sowohl ganz in der Früh als auch zum Sonnenuntergang und danach immer ganz toll. Viele Elefanten, Zebras, Antilopen und auch Nashörner. Ein weiterer Vorteil: Das Wasserloch ist beleuchtet, im Gegensatz zu dem im Olifantstrus Camp zum Beispiel. Laut offiziellen Quellen gilt das Wasserloch als eines der besten für die Nashorn-Beobachtung.

Hier gibt es den Live-Stream vom Okaukuejo-Wasserloch

Toll waren auch die Wasserlöcher Okondeka (hier haben wir Löwen gesehen – unter einem Baum), Olifantsbad und Aus. In Rietfontein soll es gute Chancen auf Löwensichtungen geben. Und auch das Goas-Wasserloch ist echt schön, hier ist Wahrscheinlichkeit für Leoparden Sichtungen höher.

Ein wichtiger Tipp: In allen Camps liegen in der Rezeption Bücher aus, in denen die Gäste ihre Sichtungen des Tages eintragen können. Hier ist immer ein guter Anhaltspunkt, was zu welcher Jahreszeit gut funktioniert und was nicht. Eine Garantie gibt es natürlich nie – aber das macht die Safari-Fahrt ja so spannend und aufregend, dass man immer wieder überrascht wird.

Hier die offizielle Karte vom Etosha mit allen Camps und Wasserlöchern:

Camping im Etosha – Schlafen im Park

Es gibt viele gute Gründe im National Park Etosha zu übernachten: Ihr könnt bis spät in die Nacht oder in den frühen Morgenstunden schon am Wasserloch sitzen und Nashörner, Elefanten und Ähnliches im Sonnenuntergang bzw. im Morgengrauen beobachten. Außerdem ist es eine gute Möglichkeit durch Zwischenübernachtungen die Fahrzeiten zu verkürzen oder einfach zwischen den Safari-Ausfahrten im Zimmer oder am Pool zu entspannen. 

Im Nationalpark gibt es nur staatliche Camps. Also Camps die über die NWR – Namibian Wildlife Ressorts laufen. Davon gibt es aktuell sechs: Das Olifantsrus Camp, das Dolomite Camp, das Okaukuejo Camp, das Halali Camp, das Namutoni Camp und das Onkoshi Camp. An allen Camps gibt es jeweils auch ein eigenes Wasserloch. Die Preise sind in den jeweiligen Kategorien halbwegs ähnlich, die Ausstattung und Qualität der Camps ist aber sehr unterschiedlich (Camping: 333$ pro Person im Okaukuejo / 416N$ pro Person im Olifantsrus / Stand 09/2022). Sowohl was die Infrastruktur als auch die Wasserlöcher angeht. Unsere Empfehlung geht klar zum Okaukuejo Camp aufgrund der zentralen Lage, der Ausstattung und des Preises.

Das Dolomite und das Onkoshi Camp sind eher die Luxus-Variante der Übernachtung im Etosha Park. Hier gibt es auch keine Camping Möglichkeiten, sondern nur Chalets. In den anderen vier Camps ist auch Campen möglich und es gibt auch bei den Bett-Übernachtungen günstigere Varianten. Die Safari Ausfahrten (650N$ pro Person / Stand 09/2022) von allen Camps kosten gleich viel. Die aktuellen Preise für die Übernachtungen und Ausfahrten im Etosha findet ihr hier.

Außerhalb des Etosha Schlafen

Aufgrund der etwas – unserer Meinung nach – übertriebenen Preispolitik und der teilweise etwas in die Jahre gekommenen Infrastruktur der Camps und Unterkünfte innerhalb des Parks, sind viele Reiseanbieter dazu übergegangen, ihre Gäste außerhalb des Etosha Nationalparks schlafen zu lassen. Hier gibt es jede Menge Lodges und Möglichkeiten zu schlafen, aber auch mit offenen Safari-Trucks auf Tour zu gehen. So spart ihr euch das Selberfahren und könnt die Tierwelt und das Fotografieren genießen.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis im Etosha schreit teilweise zum Himmel.

Camping außerhalb des Parkes wäre zum Beispiel beim Etosha Trading Post möglich, direkt vor dem Anderson Gate im Süden. Pro Person und Nacht kostet es hier 220N$ (Stand 09/22). Ganz in der Nähe gibt es noch das Etosha Village (früher Taleni), für Camper kostet die Nacht hier 220N$ pro Person (Stand 09/22), das Zimmer fängt hier bei 1900N$ pro Person an, inkludiert aber Abendessen und Frühstück.

Wer es ganz luxuriös möchte: ebenfalls im Süden am Anderson Gate liegt das Ongave Ressort. Mit eigenen Wasserlöchern und eigenem Safari Gebiet, auf dem sogar Löwen zuhause sind kann man sich überlegen, ob man überhaupt nach dem Frühstück in den Etosha fährt, oder nicht einfach an den hauseigenen Wasserlöchern sitzen bleibt.

Im Osten am Van-Lindequist-Gate bietet die Mokuti Lodge eine gute Unterbringung, die Zimmer kosten hier um die 2800N$ (Stand 09/22).

Regeln und Hinweise für den Etosha Nationalpark

Es gibt eine reine Reihe von Regeln, die es bei der Planung des Etosha Besuchs zu beachten gilt. Die wichtigste gleich zuerst: Es ist verboten außerhalb von Camps und ausgewiesenen Picknick-Plätzen das Auto zu verlassen. Das ist zu eurer eigenen Sicherheit. Außerdem gibt es seit einiger Zeit jetzt ein Verbot von Plastik-Tüten im Nationalpark. Das wird auch am Gate stichprobenartig überprüft. Also besser die Vorräte und Lebensmittel anders verpacken und den Müll vorher entsorgen.

Außerdem dürfe auch keine Haustiere mit in den Park gebracht werden. Ob da in irgendwelcher Form Ausnahmen gemacht werden, ist uns leider nicht bekannt. Es gibt eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 60 km/h, teilweise wird auf 40 km/h beschränkt. Zudem ist es untersagt, Pflanzen oder Tiere mitzunehmen, ebenso ist das Füttern von Tieren streng verboten.

Tipps für die Tierbeobachtung

etosha oryx antilope

Ein ganz wichtiger Tipp ist die Reise – aber auch die Tageszeit. Wir haben von September bis November die besten Erfahrungen gemacht, da die Tiere viel an den Wasserlöchern sind. Denn dann ist Trockenzeit und die Tiere finden quasi nur noch an den Wasser- und Bohrlöchern genügend zu trinken.

Und die Morgen- und Abendstunden sind meistens besonders ergiebig. Mittags war eigentlich an den Wasserlöchern am wenigsten los. Ausnahmen bestätigten hier die Regel.

Dann unbedingt in die Sichtungsbücher in den Rezeptionen schauen, hier finden sich gute Tipps und Anregungen, welche Wasserlöcher sich gerade lohnen könnten und welche vielleicht weniger. Auch lohnt es sich in den Camps an der Rezeption, die Guides oder andere Besucher zu fragen. Oft ergeben sich nette Gespräche und es gibt gute Tipps. 

Langsam fahren! Viele fahren im Etosha von Wasserloch zu Wasserloch, doch die spannendsten Sichtungen hatten wir abseits der Wasserlöcher. Elefanten und Zebras zum Beispiel, oder auch Giraffen, die nahe der Straße die nächste Mahlzeit vertilgt haben. Hierzu lohnt es sich langsam zu fahren und den Blick schweifen zu lassen. Wir sind oft nur mit 20 km/h durch den Park gefahren.

Zeit- und Reiseplanung für den Etosha Nationalpark

Bedenkt bei eurer Planung für den Besuch im Etosha, dass die Straßen mitunter mittelmäßig sind und ihr maximal 60km/h fahren dürft. Wir würden euch zu 20-30km/h raten, dann könnt ihr links und rechts der Straße entspannt nach Tieren Ausschau halten. Daher solltet ihr für eine Tour im Etosha mindestens zwei Tage einplanen, um in die verschiedenen Ecken zu kommen. Wollt ihr langsamer unterwegs sein und auch mal zum Beispiel bei den Schlafenden Löwen warten oder nach oder zwischen den Ausfahrten auch ein bisschen Pause in den Camps machen, solltet ihr 3-4 Tage einplanen. Wir waren bei unserem letzten Besuch mit 2,5 Tagen gut bedient. Es war aber auch nicht unser erster Besuch. 

Löwe etosha
Um Löwen zu sehen braucht es etwas Geduld und Glück.

Plant auch wirklich Pausen ein. Nach ein paar Stunden mit 30km/h über halbwegs gute Straßen holpern und ständig nach Tieren schauen, waren wir schon recht durch. Also plant euch unbedingt Pausen ein, geht in den Camps was trinken oder kurz an den Pool, vertretet euch die Füße. Danach ist der Kopf und die Augen wieder frisch und es kann wieder auf die Pirsch gehen. 

Schlaft nicht immer in den Camps. Je nachdem wie viel Zeit ihr im Etosha verbringen wollt, kann das Schlafen in den Camps im Park ins Geld gehen – oder einfach etwas nerven. Denn das Preis-Leistungsverhältnis stimmt in einigen unserer Meinung nach überhaupt nicht. Daher auch mal raus aus dem Park und am nächsten Morgen wieder rein. Keine Sorge wegen den Eintritten: die Permits, also die Eintritte, gelten immer für 24h. Daher macht es nichts, wenn ihr nicht im Park schlaft.

Fazit zum Besuch im Nationalpark:

Macht es. Auf jeden Fall. Wenn ihr das erste Mal nach Namibia kommt, steht dieser Park – wie oben erwähnt – nicht umsonst auf der Must-Do Liste. Aber auch wenn ihr das zweite und dritte Mal kommt: Hier kann man immer wieder und neu tolle Tiere, Landschaften und Momente erleben. 

Wenn jemand wirklich gar nicht in den Etosha will: Auch im Caprivi-Zipfel gibt es grandiose Nationalparks, teilweise ganz kleine, in denen man in wenigen Stunden auch gewaltig viel sehen kann. Unter anderem auch Wasserbüffel – falls jemand seine Big 5 vervollständigen möchte. Wer gar keine Lust auf Tiere hat. In Namibia gibt es auch tolle Wasserfälle. Zum Beispiel die Epupa Falls.

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