Rundreise Island – die besten Tipps für den Roadtrip

Island – das Land der Wasserfälle und Gletscher, der heißen Quellen und Vulkane. Kurz: das Land von Feuer und Eis. Ich habe die Insel einmal umrundet – hier sind meine besten Tipps für deine Rundreise Island.

Ich habe mich für die Tour auf das Motorrad gesetzt und die Insel für euch erkundet. Ob Fähre oder Flugzeug, eigenes Auto oder Mietwagen, Camper oder Zelt: Hier sind alle Antworten auf eure Fragen für einen Roadtrip in Island.

Warum eine Rundreise Island?

Hoch im Norden, näher an Grönland als an Europa, liegt Island. Ein Land, eine Insel, aus Vulkanen geboren, von Gletschern bedeckt und wilden Nordfrauen und -männern bevölkert. Das Land machte auf mich (Bene) einen so unwirklichen, wilden, mystischen Eindruck, dass ich es mir einfach selbst anschauen musste.

Island hat eine Besonderheit, die es zum perfekten Roadtrip-Ziel macht: Es gibt die Ringstraße. Die National-Straße 1. Die Straße führt mit 1332 Kilometer einmal rund um die Insel. Auf dieser Tour liegen nahezu alle großen Sehenswürdigkeiten des Landes und man fährt durch unfassbar schöne unterschiedliche Landschaften: Durch grüne Küstenregionen, die an Irland denken lassen, das schroffe felsige Hochland, durch Thermalgebiete mit dampfenden Schwefelquellen und vorbei an riesigen Gletscherzungen. 

Es bietet sich also an, eine Tour einmal rund um die Insel zu machen. Ob man nun mit dem Flugzeug anreist und in Reykjavik startet oder mit der Fähre ankommt und in Seyðisfjörður beginnt, ist dabei egal. Hauptsache eine Rundreise.

Übersicht Rundreise Island:

Beste Reisezeit: Mai-Oktober 

Beliebteste Route: einmal die Ringstraße rund herum oder Reykjavik und den Golden Circle

Länge: 1332 km (Ringstraße)

Empfohlene Aufenthaltsdauer: ab 12 Tage, aber besser 3-4 Wochen 

Anreise: Flug (nach Reykjavik) oder Fähre (ab Hirtshals, Dänemark)

Was gibt es zu sehen?

In Island gibt es alles, was den Natur-Verliebten reizt: Hohe Berge, spektakuläre Wasserfälle – und davon gefühlte 1000 Stück, Gletscher, raue Küsten, grüne Auenlandschaften und mit etwas Glück einen Vulkanausbruch. Meine Tage auf Island haben deswegen oft so ausgesehen: Es geht von Wasserfall zu Wasserfall, einer beeindruckender als der andere. Es geht zum Gletscherwandern oder sogar in eine Gletscherhöhle, zum Baden in heiße Quellen oder an die Küste. Dort gibt es alles, vom Whale-Watching bis hin zur Vogelbeobachtungs-Tour. Und ab und an – in letzter Zeit fast jedes Jahr – kann man einen Vulkanausbruch miterleben. Nicht zu vergessen, die Nordlichter, die dort von fast überall aus zu sehen sind.

Rundreise Island: Wie komme ich nach Island?

Es gibt zwei Wege eure Rundreise Island zu starten: Mit der Fähre oder mit dem Flugzeug. Ich habe mich für ersteres entschieden, weil ich mein eigenes Motorrad mitnehmen wollte. Auf der Fähre waren viele, die mit eigenen Campern oder eigenem Auto das Land erkunden wollten.

Ob sich das finanziell lohnt, lest ihr ein Stück weiter unten. Die Fähre legt im Norden von Dänemark, in Hirtshals, ab und braucht dann rund drei Tage nach Seyðisfjörður in Island. Der Hafen liegt ganz im Osten.

Mit dem Flugzeug könnt ihr nach Reykjavik fliegen und dort einen Mietwagen nehmen. Das ist die Variante, für die sich die meisten Touristen entscheiden, die ich auf der Tour getroffen habe. Für einen kleinen Camper zahlt ihr ca. 80-120 Euro am Tag, für einen Kleinwagen seid ihr mit 50-70 Euro am Tag dabei.

Fähre oder Flugzeug?

Für den Roadtrip wird logischerweise immer ein fahrbarer Untersatz benötigt. Einen Zug gibt es auf Island nicht, aber es gibt Busse, die zwischen den größeren Städten fahren. Daher ist ein eigenes Fahrzeug die flexibelste Variante. Ob Camper, Auto oder Motorrad ist dabei jedem selbst überlassen – je nach Komfort- und Flexibilitätsbedürfnis. Grundsätzlich lohnt es sich aber, gerade bei längeren Reisen nach Island, die Rechnung aufzumachen: Lohnt es sich vielleicht, das eigene Auto mitzunehmen? Denn die Kosten können durchaus geringer sein, als einen Mietwagen zu nehmen.

Mit einzuberechnen sind natürlich: die Strecke vom Heimatort zur Fähre, die Fährpreise nach Saison, die Mietwagenpreise (variieren auch nach Saison und Größe).

Für die Hin- und Rückfahrt mit der Fähre mit Motorrad habe ich ziemlich genau 1000 Euro bezahlt (Herbst 2021). Hier findet ihr die aktuellen Fährpreise nach Island.

Übernachten in Island: Wo soll ich schlafen? 

Fast in jedem Dorf und in jeder Stadt habe ich einen Campingplatz gefunden. Die Ausstattung variiert sehr: Von geheiztem Gemeinschaftsraum, Waschmaschine, warme Dusche und Küchenzeile bis hin zu einfacher Wiese mit Toilette. Die Preise sind durch die Bank fair: Pro Nacht zahlt man mit Zelt um die 7-12 Euro. (Stand Herbst 2021)

Eine Unterkunft im Hostel dagegen beginnt ab 40 Euro. Sehr zu empfehlen in Reykjavik ist das KEX Hostel. Hier war ich drei Nächte. Toll ist hier das internationale Publikum: Von USA über Finnland und Italien bis China und Japan. Aus fast allen Erdteilen reisen Menschen nach Island – und treffen sich in Reykjavik im Hostel. Besonders die Pizza an der Bar ist zu empfehlen. 

Für Hotels beginnen die Preise bei rund 80 Euro pro Nacht und Zimmer. Am besten bucht ihr die jeweils über Booking vor. Einen guten Überblick über die Unterkünfte gibt es auf der Tourismus-Seite.

Essen in Island: Was soll ich probieren?

Es gibt nicht wirklich viele isländische Spezialitäten. Ein Tourguide in Reykjavik sagte: „Nur weil die Leute vor hunderten von Jahren ekelhaftes Zeug gegessen haben – weil nichts anderes da war – ist es noch lang keine erstrebenswerte Spezialität.“ Bezogen hat er sich auf den fermentierten Fisch, den man hier in Bars bestellen kann. Sonst gibt es in Island traditionell viel Schaf- und Lamm-Gerichte. Beispielsweise die Lamm-Suppe/Eintopf Kjötsupa – gibt es fast in jedem Restaurant. Und die ist auch sehr gut. 

Auch Fisch und Meeresfrüchte sind bekannt und begehrt. Eine Spezialität in Reykjavik sind Hotdogs – Pylsur. Klingt komisch, aber die sind verhältnismäßig günstig, also ein perfektes Essen für die Büro-Menschen hier. Und sie werden traditionell mit Zwiebeln, süßem Senf, Ketchup und Remoulade gegessen. Der älteste und berühmteste Hot-Dog Stand ist Bæjarins Beztu Pylsur und steht dort seit 1937.

Währung und Bezahlen in Island 

Vergesst Bargeld. In Island geht alles, aber auch wirklich alles, mit der Kreditkarte. Einzig für ein- oder zweimal warm duschen – da habe ich Münzen gebraucht. Aber sonst: Im Supermarkt, am Campingplatz, am Hot-Dog-Stand und am Kiosk. Überall wird mit Karte gezahlt. Das ist super praktisch. Wichtig ist: Vor der Reise das Kreditkarten-Limit checken, nicht dass es beim Autovermieter oder im Hotel am zu niedrigen Tageslimit hapert.

Der Umrechnungskurs während meiner Tour (Herbst 2021) war 1 Euro = 140 Isländische Kronen. Den aktuellen Umrechnungskurs findest du hier.

Rundreise Island – was kostet der Trip?

Die schöne Insel im Norden ist leider nicht ganz billig. So kosten Diesel und Benzin umgerechnet einiges über 2 Euro pro Liter (2,15€ und 2,20€ Anfang 2023). Für Lebensmittel zahlt ihr rund das 1,5-fache wie in Deutschland. Milch kostet ca. 1,50 Euro pro Liter, Tomaten kosten pro Kilo rund 3,50 Euro und eine Flasche einheimisches Bier liegt um die 2,50 Euro pro halbem Liter. Teuer wird’s auch beim Essen gehen. Ein Hauptgericht liegt in der Regel um die 20 Euro. 

Deshalb hier noch Spartipps für die Island Rundreise: In fast jedem Restaurant gibt es Filterkaffee mit kostenlosem Refill. Also einmal 2-3 Euro zahlen, aber so viel Kaffee trinken, wie ihr wollt. Und natürlich: Zelten und selber kochen. Die Infrastruktur der Campingplätze war durchweg gut bis sehr gut. Außerdem lernt man so jede Menge tolle Leute kennen. Denn die Campingplätze haben in der Regel einen großen Gemeinschaftsraum mit Küche. Hier findet abends das Leben statt. 

Straßen und Verkehrsregeln in Island:

Die Ringstraße ist größtenteils asphaltiert. Hier gilt ein Tempolimit von 90km/h, wie auch auf allen anderen asphaltierten Straßen (außerorts). Bei nicht asphaltierten Straßen sind es 80km/h (außerorts). Innerorts beträgt die zulässige Höchstgeschwindigkeit 50km/h. Beachtet unbedingt immer wieder die Anzeigen am Straßenrand. Sie weisen auf gesperrte Straßen hin oder wie der Wind sich entwickelt. Vor allem auf dem Motorrad war die zweite Info wirklich Gold wert.

Sonst heißt es in Island immer: Licht anschalten. Und: Es lohnt sich täglich oder auch mehrmals täglich – je nach Wetter und Jahreszeit – die App von safetravel.is zu checken. Die App zeigt in Echtzeit, welche Straßen gesperrt, eingeschränkt befahrbar, vereist oder frei sind. Außerdem gibt es wichtige Hinweise zu Wind und Wetter – gerade bei einer Island Rundreise sind das äußerst wichtige Anhaltspunkte für die Reiseplanung.

Rundreise Island: Wann ist die beste Reisezeit?

Wann ihr nach Island fahrt, das hängt ganz davon ab, was und wie ihr erleben wollt. Sind im Sommer alle Wiesen grün und die Tage sehr lang, bietet der Herbst eine unfassbar schöne Farbenpracht in den Bäumen, aber auch kürzere Tage und teilweise rauhe Winde und Unwetter. Der Herbst ist in Island kurz. Nur 5-7 Wochen. Danach ist direkt Winter. Und der Herbst beginnt teilweise schon Mitte/Ende September. Wer auf Wandertouren, wie zum Beispiel den berühmten Landmannalaugar aus ist, der sollte definitiv zwischen Juni und August kommen. Aber auch der Winter soll unfassbar schön, aber auch sehr rau, sein.

Heiße Quellen in Island: Soll ich im Hot Tub baden?

Was den Isländern eigen ist, ist ihre Bade-Kultur. Ist das Dorf noch so klein, es gibt fast überall ein öffentliches Bad oder einen warmen Pool. Die Isländer lieben ihre Hot-Tubs. Die Eintritte variieren von 600 bis 1300 Kronen (4 bis 10 Euro). Und das ist nicht nur was für kalte Herbst- und Wintertage. Ein Isländer hat uns das so erklärt: „Ist es draußen kalt, regnerisch und eklig – dann ist es perfekt ins warme Wasser zu steigen. Und ist es draußen schön und sonnig und es geht ein leichter Wind – dann ist es auch perfekt, sich ins Wasser zu legen und in die Sonne zu schauen.“ Deswegen sind die Pools oder Hot-Tubs das ganze Jahr offen und das ganze Dorf trifft sich hier. Das Wasser ist zwischen 35 und 39 Grad warm. Und aus eigener Erfahrung: Es ist immer perfekt. Und ich finde, so ein Bade-Besuch gehört zu jeder Island Rundreise dazu.

Einen eigenen Artikel mit Hot Tubs, Empfehlungen und Preisen findest du hier.

Verständigung in Island: Reicht Englisch?

Mit Englisch seid ihr in Island sehr gut aufgehoben. Quasi alle Isländer sprechen Englisch, manche sogar Deutsch, da Deutsch in der Schule hier optional 3. Fremdsprache ist. Auch und gerade Touristen gegenüber sind die Isländer unfassbar freundlich und aufgeschlossen, vor allem aber wahnsinnig hilfsbereit. 

Beispielsweise reparierte eine unfassbar gutherzige Isländerin in Vik in einem Klamottengeschäft kurzer Hand meine Motorrad-Beintasche, bei der der Haltegurt gerissen war. Eigentlich wollte ich nur Nadel und Faden haben.

Fazit zur Rundreise Island:

Island ist ein sehr abwechslungsreiches und vielfältiges Land. Sowohl was die Landschaft, das Wetter, aber auch die Aktivitäten angeht. Ob Camper, Motorrad oder Fahrrad (ja auch das soll gehen), wichtig ist, auf der Insel mobil zu sein. Und ein paar Tage Zeit sind wichtig. In Reykjavik habe ich Leute getroffen, die sich abgehetzt haben in einer knappen Woche einmal um die Insel zu kommen. Das sollte nicht das einzige Ziel sein, da lässt man dann wirklich zu viel Schönes und Besonderes liegen. Lieber dann die Strecke für die Island Rundreise verkürzen und den kürzeren Teil intensiver machen. Oder am Besten mehr Zeit mitbringen. 7-10 Tage sollten es mindestens sein, dann bekommt man einen wirklich guten Einblick. Und schafft – wenn man möchte – entspannt einmal die Ringstraße.

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