Städtetrip nach Ulm – 11 Tipps für das unterschätzte Juwel

Deine Lieblingsstädte in Deutschland? Ulm ist bestimmt nicht unter den Top 10. Völlig unverständlich! Wir waren ein Wochenende dort und zeigen euch die schönsten Ecken.

Mal wieder haben wir uns den Spruch „Warum in die Ferne schweifen, das Gute liegt so nah“ zu Herzen genommen. Ziel unseres City-Trips: Die Stadt Ulm an der Bayerisch-Baden-Württembergischen Grenze. Die Stadt liegt zwischen den Ländern genauso verborgen wie zwischen München und Stuttgart. Ein wirkliches Touristen-Ziel ist die Stadt nicht. Daher für euch also ein Geheimtipp von uns. Mit 120.000 Einwohnern und links der Donau gelegen ist Ulm die sechst größte Stadt Baden-Württembergs. Und in der Stadt ist richtig was los.

Hier unsere 11 Tipps für Ulm:

1. Das Ulmer Münster – höchster Kirchturm der Welt

Ulm - Münster
Ein imposanter Bau mit krasser Geschichte – das Ulmer Münster

Klar, um dieses Bauwerk kommt man in Ulm nicht herum! Es ist nicht nur das Wahrzeichen der Stadt, es ist ein Zeugnis freiheitlich demokratischen Denkens. Was sich im ersten Moment pathetisch anhört ist ebenso erstaunlich, wie einzigartig in der deutschen Geschichte: Die Bürger von Ulm entschlossen sich 1377, dass sie sich von der Kirche, in Person der Augsburger Fürstbischöfe, nicht länger Vorschriften machen lassen wollen. Als Zeichen dieser Unabhängigkeit wollten sie aus eigener Kasse eine große Kirche bauen. Und das taten sie. Die Bauzeit betrug stolze 513 Jahre. Dazwischen wurde die Kirche natürlich schon genutzt – aber nach Plan fertig wurde sie erst im 19. Jahrhundert.

Ulm - Münster innen
Auch innen faszinierend: die gotische Bauweise des Münsters

Uns hat das im gotischen Stil erbaute Münster wirklich beeindruckt. Es ist nicht nur künstlerisch-architektonisch faszinierend, irgendwie schwingt hier das freiheitliche Denken der Ulmer Bürger mit und zieht die Besucher in den Bann. Der Turm des Münsters ist mit 161,53 Metern der höchste Kirchturm der Welt – noch rund vier Meter höher als die Türme des Kölner Doms. Wer die Aussicht von oben genießen will muss allerdings einige Treppenstufen nach oben steigen. Mehr dazu unter dem Punkt „Aussicht“.

Rund ums Münster: Nach der Besichtigung bietet sich an, rund um den Münsterplatz, einzukehren. Kaffee, Kuchen, Eis, Smoothies – da findest du bestimmt ein tolles Café. Wir waren zum Beispiel in der roof-top Bar „Bella Vista“ (Münsterplatz 35).

2. Unbedingt machen in Ulm: Café trinken an der Blau

Drei Flüsse bestimmen das Stadtbild von Ulm: Die Donau, die Iller und das vergleichsweise kleine Flüsschen mit dem poetischen Namen „Blau“. Die Blau schlängelt sich durch die Altstadt und vorbei an altehrwürdigen Bauten. Besonders schön ist das Fischer- und Gerberviertel. Hier bummelten wir an schönen Fachwerkhäusern vorbei, durch enge Gässchen und über kleine Brückchen.

Am Ufer der Blau gibt es viele kleine und große Geschäfte und Cafés. Hier einen Cappuccino oder eine Eisschokolade genießen und dabei dem kleinen Fluss beim Plätschern zuschauen, ist einfach nur bezaubernd. Und wenn man als Paar da ist – romantisch ist es auch. Fragt mal nach der „Liebesbrücke“ – hier werden die meisten Heiratsanträge gemacht. Schaut sie euch an, und ihr wisst warum.

3. Spazieren an der Donau + Märchenabend im Rosengarten

Ulm - Donau
Ein Traum: Spazierengehen an der Donau

Die schöne blaue Donau ist die Trennlinie, die mitten durch die Stadt führt und Ulm von Neu-Ulm trennt. Und sie markiert auch die Grenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg. Ein Spaziergang entlang der Uferpromenade ist ein Muss. Wenn ihr mehr Zeit habt, gönnt euch die Bootsfahrt auf dem „Ulmer Spatz“ – einem kleinen Schiff, von dem man tolle Aussichten auf beide Städte hat.

Ein besonderer Tipp: Im Sommer gibt es jeden Mittwoch im Rosengarten an der Donau einen Märchenabend. Hier werden bei lauen Temperaturen und in romantischer Umgebung Märchen vorgelesen. Nehmt euch was zu Essen und zu Trinken mit und taucht ein in diese wundervolle Atmosphäre.

Ulm - Boot fahren
Wer nicht an der Donau spazieren will, der kann auch fahren.

4. Möglichst viele Kneipen in Ulm auschecken

Nach Aussage der Einheimischen ist Ulm die Stadt mit der größten Kneipendichte. Die Zahl ist beeindruckend: 586 Bars und Kneipen soll es hier geben. Das liegt sicherlich nicht zuletzt an den rund 12.000 Studenten die hier leben und arbeiten. Eine Kneiptour haben wir nicht geschafft, ist aber sicherlich zu empfehlen.

Der Insider-Tipp einer Ulmerin: Die Stiege. Sie ist eine kleine, unscheinbare, aber super angesagt Bar direkt an Donaustraße und Donaubrücke. Das Besondere: Früher war sie ein schäbiges öffentliches Klo.

5. Die Aussicht auf Ulm genießen

Die schönste Aussicht über Ulm und die Gegend herum hat man sicherlich vom Ulmer Münster. Die Aussichtsplattform liegt circa auf 142 Metern und ist nur zu Fuß über die 768 Treppenstufen erreichbar.

Die schönsten Fotos vom Ulmer Panorama gibt es allerdings vom Panorama-Restaurant im Maritim Hotel. Im 16. Stock des frisch renovierten Hotels hat man eine spektakuläre Aussicht auf die Stadt UND das Münster. Das Beste: Hier gibt es dann auch noch ein perfektes Menü zur Aussicht!

Ulm - panorama
Die beste Sicht auf Ulm – vom Maritim Panorama Restaurant

6. Das Schwör-Wochenende von Ulm

Ulm - Schwörhaus
Von diesem Balkon schwört der Oberbürgermeister seinen Eid.

Ein ganz besonderer Tag in Ulm ist der vorletzte Montag im Juli. An diesem Tag wird der sogenannte „Schwör-Montag“ in der Stadt gefeiert. Das Fest geht zurück auf eine Tradition aus dem 14. Jahrhundert: Seit dieser Zeit schwört das Stadtoberhaupt (heute der Oberbürgermeister) vom Schwör-Balkon des Ulmer Schwörhauses diesen Eid:

„Ich schwöre Reichen und Armen ein gemeiner Mann zu sein in allen gleichen, gemeinsamen und redlichen Dingen ohne allen Vorbehalt.“ Dann legt er einen Rechenschaftsbericht über die Stadtgeschäfte des letzten Jahres ab.

Rund um den Schwör-Montag ist in der Stadt einiges los. Konzerte, Märkte und ein Volksfest. Ein Besuch am Schwör-Wochenende lohnt sich also auf jeden Fall.

7. Ein Hotel im schiefen Haus in Ulm

Ulm - schiefes Haus
Schief Schlafen – im Hotel „Schiefes Haus“

Das schiefste Hotel der Welt steht in Ulm! Ja, die Stadt hat einige Superlative zu bieten. Das haben wir ihr auch nicht zugetraut. Im Fischerviertel an der Blau steht das alte Haus, das heute ein Hotel beherbergt. Das Haus wurde 1406 auf einem sehr wackeligen Fundament gebaut, wodurch sich das Haus extrem geneigt hat. Die heutige Neigung im Haus beträgt 9°-10°.

Wie man in so einem Haus übernachten kann? Ganz einfach: Man hat die Füße der Möbel an den Untergrund angepasst und mit Wasserwaagen versehen. So stehen die Möbel „normal“, während der Rest des Hauses seine Neigung behalten hat. Anhand der Wasserwaagen könnt ihr vor dem Einschlafen überprüfen, ob ihr wirklich gerade liegt.

8. Donauschwaben Museum in Ulm

Ein kleiner Geheimtipp ist das Donauschwäbische Zentralmuseum. Die Geschichte der Donauschwaben, also der schwäbischen Aussiedler in Ungarn und andere slawische Länder entlang der Donau, war uns ehrlich gesagt ziemlich unbekannt. In dem Museum wird die Geschichte der Aussiedler echt toll veranschaulicht. Anhand von persönlichen Geschichten, die mit Briefen, Tagebüchern, etc. dokumentiert sind, wird die ganze Geschichte plötzlich unheimlich plastisch und greifbar. Die Ausstellung ist wirklich toll gemacht und definitiv nicht nur ein Schlecht-Wetter-Tipp.

9. In der Stadtbibliothek von Ulm Zeitung lesen

Ulm - Kristall des Wissens
Pyramide? Bibliothek! – Der Kristall des Wissens.

Besonders stolz sind die Ulmer auf ihre Stadtbibliothek. Oder wie der Architekt es nennt: Den Kristall des Wissens. Was erstmal überheblich klingt, hat sich uns bei einem Spaziergang durch die hübsche Altstadt schnell erschlossen: Die Bibliothek ist in Form einer gläsernen Pyramide erbaut. Das sieht nicht nur von außen eindrucksvoll aus. Kleiner Geheimtipp: Oben im Dachgeschoss kann man gemütlich einen Kaffee trinken und kostenlos Zeitung lesen – bei bester Aussicht auf das wundervoll bemalte Rathaus daneben. Das solltet ihr euch übrigens auch unbedingt anschauen.

10. Ausflug ab Ulm zum Blautopf in Blaubeuren

Ulm - Blautopf
Unwirklich Blau – Der Blautopf in Blaubeuren…soviel Blau.

Wer noch etwas über den Tellerrad der Stadt rausschauen möchte – so wie wir – dem sei noch der Blautopf in Blaubeuren ans Herzgelegt. Nein, hierbei geht es nicht ums Kochen. Der Blautopf ist ein kleiner See, der saphir-blau strahlt. Ca. 30 Minuten mit dem Auto von Ulm entfernt, liegt dieses wunderschöne kleine Fleckchen. Hier entspringt das Flüsschen Blau.

Auf Tafeln könnt ihr euch über das riesige Höhlensystem unter der Region informieren oder eine kleine Wanderung um den See und durch den Wald machen. Wir haben uns dort noch eine kleine Schmiede angeschaut, in der ein Schmied live und noch wie in alten Zeiten mit Blasebalg und mit Wasser angetriebenem Hammer arbeitet.

11. Wilhelmsburg von Ulm mit Theater oder Oper

Auch kulturell ist in Ulm, um Ulm und um Ulm herum viel geboten. Zum Beispiel wäre da die Wilhelmsburg zu nennen. Hier gibt es den ganzen Sommer über Freiluft-Theater und Oper. Wir haben uns an einem lauen Sommerabend Verdis Aida gegeben. War echt super cool. Musikalisch mega und eine spitzen Atmosphäre vor dieser spektakulären Kulisse.

Wir haben bei unserem Städtetrip in Ulm außerdem noch jede Menge gelernt. Hier also ein paar Dinge, die du über Ulm bestimmt noch nicht wusstest:

  • Albert Einstein wurde in Ulm geboren
  • In Ulm wurde die Fußprothese und der Omnibus erfunden
  • Die Stadt Ulm hat die älteste Verfassung einer Stadt in Deutschland
  • Die Geschwister Hans und Sophie Scholl, Widerstandskämpfer gegen das Nazi-Regime und Mitbegründer der Weißen Rose stammen aus Ulm
  • Das inoffiziell schönste Parkhaus Deutschlands steht in Ulm

Du siehst also: Ulm ist definitiv einen Besuch wert. Wir haben uns dabei ein wirklich tolles Hotel gegönnt: Das Maritim Hotel direkt an der Donau. Wir haben super gegessen, den Pool genossen und die tolle Lage – in 10 Minuten waren wir im Zentrum.

Aber egal für welche Unterkunft du dich entschieden wirst: Du wirst es LIEBEN.

 

Wenn du auch noch Lust auf andere Städte hast: Wie wäre es mit Paris, Wien oder Dresden? Viel Spaß beim Reisen und deinen nächsten Abenteuern.

 

Zu unserem Wochenende in Ulm wurden wir von "Maritim Hotels" eingeladen.

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