Der Hindelanger Klettersteig – dem Himmel so nah

Der Hindelanger Klettersteig ist einer der schönsten und längsten Klettersteige im Allgäu. Für uns dieses Jahr auf jeden Fall eine Highlight-Tour. Die wichtigsten Infos und die schönsten Bilder haben wir hier für euch.

Der Hindelanger Klettersteig

Hindelanger Klettersteig

Der Klettersteig, der vom Nebelhorn zum großen Daumen (und zum Breitenberg) führt, ist rund fünf Kilometer lang, führt über zwei Gipfel (östlicher und westlicher Wengenkopf) und etliche weitere Gipfelchen und Türmchen. Gleich zu Anfang haben wir eine Kostprobe bekommen, was die restlichen 4,5 Stunden folgen sollte: eine senkrechte Wand, ein paar wenige, schwierige Tritte aber eine grandiose Sicht.

Der Hindelanger Klettersteig ist mit über 100 Metern Eisenleitern versehen und an vielen Stellen mit Drahtseil gesichert. Aber es gibt auch diverse ungesicherte, ausgesetzte Stellen. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und eine gewisse Klettersteig-Erfahrung sind absolut wichtig. Wir haben nicht alle Möglichkeiten zum Einhängen genutzt – das muss jeder machen, wie er sich wohlfühlt. Für uns war es an einigen Stellen ohne Sicherung leichter zu klettern. Es lohnt sich auf alle Fälle früh am Edmund-Probst-Haus zu starten (wenn man die Tour mit Hüttenübernachtung machen möchte).

Hindelanger Klettersteig

Der frühe Vogel…Frühstück am Grat

Sobald die Bahnen fahren (ab 08:30 – Infos dazu auf der Bergbahn-Seite), kann es an einigen Stellen zu Staus kommen, wurde uns gesagt. Deshalb sind wir schon um kurz vor 7 Uhr an der Hütte los und eine knappe Stunde später, nach einem kleinen Frühstück am Nebelhorn-Gipfel, in den Klettersteig eingestiegen. Die Aussichten sind wirklich grandios. In Laufrichtung rechts hatten wir ständig den Hochvogel und andere markante Berge in Sicht. Zur Linken blickt man weit ins Tal und zum Grünten. Wir hatten aber auch wirklich Glück mit dem Wetter.

Der Hindelanger Klettersteig im Video

Wen die Kraft verlässt, oder wer weniger Zeit hat, der kann über einen der drei vorzeitigen Notabstiege aus dem Klettersteig aussteigen.

Wer dazu mehr Infos braucht, findet sie hier.

Dass diese Notabstiege für so manchen Kletterer in Frage kommen, konnten wir uns nach der Tour durchaus vorstellen. Die gut 4,5 Stunden haben es schon in sich. Es ist wirklich wichtig, dass man die Tour nur mit genügend Ausdauer und der entsprechenden Trittsicherheit macht. Einige, ungesicherte Stellen können hier schnell tödlich enden.

Hindelanger Klettersteig

Vorbereitung

Wir haben rund um das Nebelhorn schon einige Touren gemacht, zum Beispiel die Königsetappe der Wandertrilogie Allgäu – also den Weg vom Nebelhorn über das Koblat und zum Engeratsgundsee und runter nach Hinterstein.

Diesmal sollte der Weg also ob über den Grat führen. Auch wollten wir den zwar längeren, aber schöneren Aufstieg über die hintere Seealpe zum Nebelhorn nehmen.

Ausrüstungstechnisch hatten wir: Klar, jeder ein Klettersteig-Set inklusive und Helm, Übernachtungsutensilien und Proviant. Wer früh aufsteigen will sollte vielleicht noch eine Stirnlampe im Gepäck haben.

Aufstieg zum Nebelhorn – über die hintere Seealpe

Hindelanger Klettersteig

Der Weg über die hintere Seealpe ist einer der längeren Aufstiege von Oberstdorf auf das Nebelhorn und wird mit rund 5 Stunden veranschlagt. Wer ein bisschen sportlicher ist, schafft es auch deutlich schneller in knappen 4 Stunden. Der Weg führt rund 45 Minuten von der Nebelhornbahn-Talstation malerisch hinter ins Oytal (Schilder Richtung Oytal / Oytalhaus).

Einmal zweigt der Weg links ab auf den Dr.Hohnadel-Weg. Diesem einfach entlang des Baches weiter ins Tal folgen, bis zum Oytalhaus. Von dort geht es dann vorbei an Wasserfällen und mit ständig fantastischem Blick über den Gleitweg steil nach oben. Vorsicht bei Nässe – der Gleitweg erfordert Trittsicherheit und entsprechendes Schuhwerk.  Recht überraschend wurden wir dann hinter einer Kurve mit dem Blick auf den Seealpsee belohnt. Von hier führt der Weg, vorbei an der Hinteren Seealpe vorbei hinauf zur Bergstation der Nebelhornbahn – der Station Höfatsblick. Und direkt daneben: Das Edmund-Probst Haus.

Übernachtung auf dem Edmund-Probst Haus

Das Edmund-Probst Haus ist eine Alpenvereinshütte ( Sektion Allgäu-Immenstadt). Mit 94 Schlafplätzen in Lagern und Zimmern, habt ihr auch mit einer größeren Gruppe keine Probleme hier. Das Essen ist wirklich gut und kam bei uns unfassbar schnell. Auch nach Küchenschluss bekamen andere Wanderer, die sich verstiegen hatten noch eine warme Gulaschsuppe. Top Service. Wie auf jeder Berghütte empfiehlt es sich Oropax dabei zu haben, genauso wie Hausschuhe oder Schlappen. Der Hüttenschlafsack versteht sich von selbst.

Abstieg nach Bad Hindelang

Wenn ihr nach dem Hindelanger Klettersteig am Großen Daumen ankommt, habt ihr verschiedene Möglichkeiten wieder abzusteigen:

  1. Ihr könnt über das Koblat und die drei Seen (Engeratsgundse, Laufbichelsee und Koblatsee) zurück zur Mittelstation der Nebelhorn-Bahn laufen und dort absteigen oder abfahren. Vom Gipfel bis zur Mittelstation sind es nicht ganz 2 Stunden.
  2. Der Abstieg über das Giebelhaus Richtung Hinterstein. Hier könnt ihr entweder einen längeren Fußmarsch bis nach Hinterstein/Hindelang machen, oder ihr nehmt den Bus, der dort fährt. Der Abstieg bis zur Bushaltestelle Giebelhaus dauert knappe 3 Stunden.
  3. Als dritte Möglichkeit wäre noch der Abstieg Richtung Haseneggalpe und Rettenschwanger Tal. Hier fährt kein Bus. Wenn ihr also noch gut auf den Füßen seid und noch Lust auf 8 Kilometer Talwanderung habt, seid ihr hier richtig. Insgesamt dauert der Abstieg rund 4 Stunden (Bis Bad Hindelang). Diese Tour haben wir gewählt. Ab Hindelang sind wir dann mit dem Bus nach Oberstdorf gefahren.
  4. Wer noch nicht absteigen will, kann die Tour noch über den Kleinen Daumen weiter verlängern. Dazu hier mehr.

Fazit zum Hindelanger Klettersteig

Der Hindelanger Klettersteig ist eine großartige Tour, aber definitiv kein Anfänger Klettersteig. Die Tour auf zwei Tage aufzuteilen und auf dem Edmund-Probst Haus zu übernachten können wir nur empfehlen: Erstens, ihr kommt vor den ersten Bahnfahrern in den Steig und habt zweitens, noch einen gemütlichen Hüttenabend. Und das alleine wärs ja eigentlich schon wert, oder?

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