Winterwandern im Tiroler Lechtal

Oft sind sie Stiefkinder im Wintersportgeschehen: Die Winterwanderer. Der Naturpark Lechtal kümmert sich ganz besonders um sie. Mit 34 unterschiedlichen Touren, in einer Gesamtlänge von rund 130 Kilometern.

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©Lechtal Tourismus / Fotograf Gerhard Eisenschink

Still ist der Bergwald, still wie sonst nie übers Jahr. Nur das Knarren des Schnees unterm Schuh ist zu hören, und manchmal ein leises Poltern von fern: Eine Schneehaube hat sich von ihrem Ast gelöst. Erst langsam nimmt der Wanderer das Murmeln wahr. Nach und nach wird es lauter, und schließlich sieht er ihn zum ersten Mal in glasigem Türkis zwischen den Bäumen durchblitzen, den Lech. Der letzte Wilde gibt sich in diesen Tagen milde. Zurückhaltend, zahm fast, treibt er in seinem Bett dahin, scheint Kraft zu sammeln für den Frühling. Wenn er dann das Schmelzwasser aus Hunderten von Bächen sammelt, wird er wieder ungestüm und reißend dahindonnern, wird Steine verwirbeln, Bäume am Ufer entwurzeln und auf die Kiesbänke schmettern. Und seinem Ruf als letzter unverbauter Wildfluss der Nordalpen gerecht werden.

Winter-Wunder-Welt am „letzten Wilden“

Doch noch ist die Welt in einen Pelz gehüllt, alles Laute klingt gedämpft. Durch dies weiße Welt zu gehen, ist Wandern in seiner schönsten Form. Das Land wird zu etwas Einheitlichem, in dem der Mensch sich aufgehoben fühlt. Entschleunigt, doch mit geschärften Sinnen, nimmt er die Wunder des Winters wahr. In der Obhut der Fichten, uralter, verschwiegener Wächter, fühlt er sich geborgen. Seine Lunge giert nach jedem Atemzug der klaren, reinen Luft. Und auf den Lichtungen und am Fluss mag er sich gar nicht sattsehen am Glitzern von Millionen von Kristallen, die die Sonne funkelnd einfangen.

Viel freie Natur braucht es allerdings dazu, ohne Luft- und Licht- und Lärmverschmutzung. Das Lechtal hat jede Menge davon. Berge, Wälder, Auen und Flüsse – allein der Naturpark Lechtal vereinigt auf seinen 41 Quadratkilometern höchst unterschiedliche Landschaftsformen. Und die Verantwortlichen haben sich gerade dem Winterwandern mit großem Engagement verschrieben. 34 Wege mit rund 130 Kilometern Länge werden gepflegt und bieten jede Menge Möglichkeiten. Man kann zwischen Touren am Berg und auf der Ebene wechseln. Man wählt sportliche oder entspanntere Varianten. Man marschiert zügig über Panoramawege, spaziert gelassen am Fluss entlang oder bummelt auf verschwiegenen Pfaden zu 9 erlesenen Winterzauberhütten. Für jedes Alter, jedes Temperament und jedes Fitnesslevel findet sich das Passende. Gemeinsam ist all diesen Wegen, dass sie immer wieder ganz unterschiedliche grandiose Ausblicke eröffnen: Vom „Balkon des Lechtals“ auf der Stablalm ins obere Lechtal mit seiner Wildflusslandschaft etwa, von der Postalm ins Krabachtal und ins tiefverschneite Hochalptal oder auch von der Sonnalm auf Wetterspitze sowie auf die umliegenden Lechtaler- und Allgäuer Alpen.

Wer der Zivilisation für ein paar Stunden adé sagen will, macht sich auf in entlegene Seitentalgemeinden wie Hinterhornbach, Bschlabs oder Boden, von denen es weitergeht ins Herz der Allgäuer und Lechtaler Alpen. Gramais auf 1321 Metern ist mit gerade mal 47 Einwohnern die kleinste Gemeinde Österreichs. Es sind Ruheinseln in einer ohnehin schon stillen Bergwelt. Ein Hund schlägt an und verstummt, aus den Ställen hört man das ruhige Wiederkauen der Kühe, von fern bimmelt ein Glöckchen – es könnte ein Schlitten sein. Schrägen  Halligalli-Winterzirkus und schrilles Après-Ski sucht man hier vergeblich. Stattdessen findet man unaufgeregtes Dorfleben, zurückhaltende Menschen und unkomplizierte Gastlichkeit: Käspressknödelsuppe, Tiroler Gröstl, Kaiserschmarren

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©Lechtal Tourismus / Fotograf Gerhard Eisenschink

Dörfliche Kultur kommt dabei nicht zu kurz. In Holzgau erinnern die Blumen und Ornamente der spätbarocken Lüftlmalerei an den Fassaden an die große Zeit um 1800, als die Dorfbewohner mit dem Leinenhandel viel, viel Geld machten. In Elbigenalp, dem Hauptort des Lechtals, seilte sich 1858 die 17-jährige Anna Stainer über einen steilen Fels ab und nahm einen Adlerhorst aus. Diese Großtat machte sie als „Geierwally“ berühmt und kam ihrer späteren Karriere als Malerin zugute. Wem zudem nach einigen erholsamen Tagen nach etwas Nervenkitzel zumute ist, der balanciert über die Fußgängerhängebrücke in Holzgau, luftige 110 Meter über der Höhenbachschlucht. Oder er wagt sich auf den Rodel. Denn zahlreiche Hütten bieten darüber hinaus auch die Möglichkeit, den Retourweg ins Tal mit dem Schlitten anzutreten.

Abends wandelt sich die weiße Winterwelt noch einmal. Am Himmel bilden Hunderte von Sternen ein funkelndes Diadem, ein voller Mond leuchtet über den schwarzen Bergwänden. Er übergießt die Welt mit einem milchigen Schein und taucht sie in geheimnisvolles Zauberlicht. Nur gehen und schauen und staunen möchte man jetzt, Schritt für Schritt für Schritt.

Eine Pressemitteilung der Tirol-Werbung

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