Der Isar-Radweg: Von der Quelle nach München

Die Isar gilt als die Lebensader Bayerns. Jeder der München besucht, kennt sie, grillt an ihren Ufern, legt sich in die Sonne. Doch wo kommt die Isar her? Wir haben es bei einer Tour auf dem Isar-Radweg erforscht und sind zur Quelle geradelt.

Im Sommer an der Isar liegen, grillen, Freunde treffen. Das gehört in München dazu. Aber die wenigsten wissen, woher die Isar eigentlich kommt, wo sie entspringt – und dass es dort unfassbar schön ist. Deshalb haben wir uns ein Wochenende Zeit genommen und sind von der Quelle auf dem Isar-Radweg bis nach München geradelt.

Die Anreise:

Wir sind von München aus mit dem Fernbus nach Scharnitz gefahren. Das war für uns die bequemste und auch günstigste Lösung (37 Euro). Der Fernbus von München nach Innsbruck ist schon nach gut 1,5 Stunde in Scharnitz, allerdings solltet ihr schon frühzeitig reservieren um einen der 3-5 begehrten Plätze für das Fahrrad zu bekommen. Wer lieber mit dem Zug anreist, kann auch das machen. Hier ist es der Regionalzug von München nach Innsbruck, der direkt in Scharnitz hält. Die Fahrt dauert ca. 2 Stunden.

Isar
Kurz vor dem Start in Scharnitz. Top fit 🙂

Die Isar-Quell-Runde ab Scharnitz

Von Scharnitz aus sind es etwas mehr als 13 Kilometer bis zur Isarquelle. Allerdings soll hier erwähnt sein: Die EINE Isarquelle gibt es nicht. Im oberen Hinterautal entspringen mehrere Quellen, die dann als ein Gebirgsbach ins Tal fließen. Daher heißt der Ort dort oben auch „Bei den Flüssen“.

Isar Selfie
Für ein kleines Selfie ist immer Zeit. Bestes Team <3

 Vom Bahnhof oder Bushaltestelle in Scharnitz führt der Weg ein kurzes Stück an der Hauptstraße entlang. Die Isar wird hier zum ersten Mal überquert, kurz danach müsst ihr vor der kleinen Kirche links abbiegen in die Hinterautalstraße. Die Straße fahrt ihr immer entlang und am Gasthof Wiesenhof vorbei. An der nächsten Gabelung links halten – der rechte Weg führt euch zwar zur Isar hinunter, aber nicht zur Quelle. Ab da geht es nur noch gerade aus und immer leicht bergauf. Umso schöner geht es nachher übrigens bergab 😉

Der Weg ist traumhaft schön und wir sind gefühlt alle 20 Meter stehen geblieben um zu Staunen und zu Fotografieren. Die Isar, die in München zwar sauber, aber eher grünlich durch die Stadt fließt, ist hier strahlend türkies-blau. Und es sieht wirklich unwirklich aus. 

Nach knapp 1,5 Stunden waren wir an der Quelle, bzw. an einer der Quellen. Dort gibt es einen kleinen Erlebnispfad mit Infotafeln und süßen kleinen Bänken zum Pause machen. Wirklich schön! Zurück nach Scharnitz geht es dann den gleichen Weg, nur viel schneller, weil es fast nur bergab geht. Wir legten aber mindestens genauso vielen Foto-Stopps wie auf dem Hinweg ein.

Von Scharnitz über Mittenwald nach Wallgau

Nach der wunderschönen Quell-Runde haben wir uns direkt auf den Weg Richtung München gemacht. In Scharnitz kann man direkt auf den Radweg fahren, der bis nach Mittenwald führt. In Mittenwald solltet ihr unbedingt eine kurze oder längere „Schlender-Pause“ machen. Die bunt-bemalten Häuser in der Fußgängerzone sind wirklich einzigartig – und so ein Eis oder ein Cappuccino haben noch keinem geschadet 😉 Wir haben uns hier vor einem Regenschauer ins Trockene geflüchtet und haben in der Osteria Veneta gleich lecker italienisch gegessen.

Von Mittenwald führt der Weg am Militärgelände und an Krün vorbei – dann ist man auch schon in Wallgau. Je nachdem wann ihr startet, könntet ihr hier auf den Campingplätzen (z.B. Isar-Horn) die erste Nacht verbringen. Wir sind noch ein kleines Stück weiter gefahren –beschwingt von Hugo und Pizza. Nach Wallgau führt der Weg rechts weg auf die Mautstraße Richtung Vorderriss. Hier sind wir dann irgendwann hinunter ins Isar-Bett und haben unser Zelt aufgeschlagen. Hatten also unseren ganz persönlichen Traum-Campig-Platz.

Isar campen

INFO – Campen an der Isar

Wild-Campen ist in Deutschland mehr oder weniger verboten. Zumindest wenn ihr es in einem Zelt tut. Das reine Biwakieren, also das unter freiem Himmel schlafen (im Schlafsack oder unbefestigten Shelter) hingegen ist wohl eher als Grauzone und nicht direkt verboten anzusehen. In Naturschutzgebieten ist wild-Campen definitiv verboten.  Wer die Sicherheit eines Campingplatzes schätzt: Davon gibt es entlang der Tour einige.

Sylvensteinspeicher, Lengries und Bad Tölz

Am 2. Tag ging es früh für uns los: Zelt abbauen, wieder alles nach oben schleppen und dann weiter Richtung München. Von Vorderriss geht es an der Straße entlang bis zum großen Sylvensteinspeicher. Der Stausee ist künstlich angelegt – und wahnsinnig schön.

Isar
Der Sylvensteinspeicher mit traumhafter Bergkulisse.

Der Stausee wurde in den 1950er Jahren gebaut und dient zur Wasserregulierung für die Kraftwerke, aber auch zum Hochwasserschutz. Der See liegt malerisch, fast fjordartig zwischen den Bergen. Von den verschiedenen Parkplätzen um den See könnt ihr tolle Fotos machen.

Von hier geht es durch den Tunnel und den Berg hinunter Richtung Lengries. Es sind vom Sylvensteinspeicher aus rund elf Kilometer. In Lengries haben wir uns ein kleines Eis gegönnt, dann ging es flott weiter Richtung Bad Tölz. Die Etappe ist gute 12 Kilometer lang. (Wer in der Nähe von Lenggries übernachten möchte, vielleicht hier: Alpen-Campingplatz)

Isar
Die Anfahrt nach Bad Tölz.

Allein die Zufahrt auf Bad Tölz ist schon super: Die Kirchtürme der Stadt im Blick, die in der Sonne glitzernde Isar rechter Hand, geht es eben und flott nach Bad Tölz. Wir haben hier eine Bummel-Mittagspause gemacht. Sind die malerische Altstadt hinauf und hinunter geschlendert und haben uns beim Bäcker gestärkt. Auch die Cafés sehen echt einladend aus – aber die Kaffee- und Eis-Pause hatten wir ja schon in Lengries. Nach der Mittagspause sind wir kräftig in die Pedale gestiegen um nicht in einen drohenden Regenschauer zu kommen. Das hat so halb gut funktioniert 😉

Isar Bad Tölz
Die Altstadt von Bad Tölz.

Geretsried, Pupplinger Au und Schäftlarn

Nach Bad Tölz geht es wieder ein wenig an die Muskeln. Der Radweg führt von der Isar weg, an Rothenrain und Königsdorf vorbei Richtung Geretsried. Beim Café Bolzenmacher hat uns dann der befürchtete Regenschauer erwischt. Wir konnten uns beim Café gut unterstellen. Nachdem wir ja gerade erst in Bad Tölz Pause gemacht hatten, sind wir dann direkt weiter gefahren. Wer aber möchte: Die Karte vom Bolzenmacher sieht seeeeehr verlockend aus – und bei der Brotzeit-Auswahl waren  wir kurz versucht…

Kurz danach kam schon Geretsried. Von hier ab ist der Weg  bis Wolfratshausen an der Isar sogar Naturschutzgebiet. Die Pupplinger Au ist berühmt für seltene Orchideen und Pionierblumen, wie die Zwergglockenblume. Ein Stopp und ein kleiner Spaziergang lohnen sich!

Isar Kuh
Auch diese Zeitgenossen trifft man unterwegs.

Für uns neigte sich der Tag auch schon wieder dem Ende und da haben wir auf der Zielgeraden nochmal ordentlich gestrampelt, um bis zum Klosterbräu Stüberl in Schäftlarn zu kommen. Der Biergarten ist super gemütlich. Und das Beste: Freitag und Samstag ist hier Schnitzeltag, das kostet dann nur um die 6 Euro und ist schwer zu empfehlen 😉 Auch das Kloster lohnt einen Blick.

Wir haben abseits des Klosters am Waldrand in Isarnähe übernachtet… Sehr romantisch 😉

Zielgerade – auf  nach Müchen!

Von Schäftlarn aus ist es ja quasi ein Katzensprung nach München. Gute 20 Kilometer geht es sehr eben an der Isar entlang bis in die Landeshauptstadt. Hier gibt es verschiedene Routen-Optionen: Der offizielle Isar-Radweg führt am Isarkanal entlang über Pullach und durch Grünwald und dann am Zoo vorbei nach München. Ein sehr gemütlicher, teilweise nicht ganz so schöner Weg, wenn man durch die Siedlungen und Villen-Viertel fährt.

Die etwas anspruchsvollere Tour geht über die Mountainbike-Trails links der Isar. Dafür bleibt ihr hier quasi immer an der „wilden Isar“. Erst bei Höllrieglskreuth kreuzt ihr den Fluss und fahrt auf Waldwegen bis in die Stadt. Hier solltet ihr aber mit einem Mountainbike ausgerüstet sein.

Zum Schluss war es wirklich ein geiles Gefühl nach München rein zu fahren. man ist plötzlich wieder daheim – nach einer wunderschönen Tour. Aber nach Hause wollten wir dann noch nicht gleich. Wir haben uns erstmal an die Isar gelegt, die Sonne genossen und sind zum Abschluss noch kurz reimgehüpft. Bombe!

Happy am Ziel angekommen.

Der Isar-Radweg – ein toller Wochenend-Ausflug

Also wir hatten hier drei wunderschöne Tage. Wer will kann das ganze sicherlich etwas schneller, langsamer, bequemer oder sportlicher machen. Wir fanden es für uns gerade richtig so. Wenn ihr also an den nächsten Wochenenden noch nichts vorhabt: Macht den Isar-Radweg 😉

Wir nehmen uns das nächste mal die andere Hälfte vor: Von München zur Isar-Mündung bei Deggendorf.

Noch mehr Rad-Lust? Wie wärs mit der Radrunde Allgäu? Hier gehts zum Artikel.

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2 Gedanken zu „Der Isar-Radweg: Von der Quelle nach München

  • Juni 14, 2018 um 8:28 pm
    Permalink

    Tolle Infos und Fotos! Bin begeistert und wäre ich näher würde ich öfters einige Vorschläge übernehmen.. Das eine oder andere werde ich sicher trotz 65 Jahren bei Gelegenheit und finanziellen Möglichkeiten geniessen. Danke auf jeden Fall.für die Berichte. In Füssen / Vils und am Ludwig-Musical war ich 2017.. es waren unvergessliche Tage. Macht weiter so.

    Liebe Grüsse aus der Schweiz
    Verena

    Antwort
    • Juni 15, 2018 um 7:07 am
      Permalink

      Liebe Verena,

      danke für deine lieben Worte. Das freut uns sehr und motiviert uns immer total!
      Super, dass du so viel unternimmst und unsere Tipps dir gefallen. Vielleicht findest du ja ähnliche Touren und Angebote jeweils in deiner Nähe?

      Ganz liebe Grüße aus München
      Die 2 Abenteurer
      Andrea & Bene

      Antwort

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