Kalifornien Roadtrip – einmal durch den goldenen Westen

Kalifornien steht für Sonne, Surfer und Silicon-Valley. Der Westen der USA hat aber noch mehr zu bieten. Wir haben uns auf einen Roadtrip gewagt und hier nun unsere Tipps für euch gesammelt.

Wir waren beruflich in Las Vegas und haben uns gedacht: Wenn wir schon mal hier sind, dann nutze wir das. Also: Rein ins Auto, raus aus Nevada und rüber nach Kalifornien.

Kalifornien, da kommen Bilder in den Kopf: San Francisco, Hollywood, Yosemite National Park… aber da gibts doch noch mehr. Also haben wir uns auf einen den Rundtrip quer durch Kalifornien gemacht. Und viele spannende, aufregende und schöne Ecken entdeckt. 

Red Valley und Dead Valley

Das Red Valley – noch nicht in Kalifornien, dafür aber gleich bei Las Vegas

Los ging es in Las Vegas, Nevada. Unsere Route führte uns durchs Red Valley. Eine Gegend mit unglaublich faszinierenden Gesteinsformationen – die allein beim Vorbeifahren schon unglaublich beeindruckend sind. Beim nächsten mal nehmen wir uns da mehr Zeit, aber erstmal ging es ins Dead Valley.

Das Dead Valley bietet einen riesigen Salzsee in einer Wüste aus Stein und Fels – und über 30 Grad im März 🙂 Das Dead Valley ist ein eigener National Park und liegt schon in Kalifornien. Kurz hinter der Grenze zu Nevada.

Spaziergang über den Salzsee im Dead Valley

Wir haben hier gestoppt für einen Spaziergang über den Salzsee und eine Fahrt nach oben in die Hügel. Dort erwartete uns eine grandiose Aussicht. Lohnt sich! Danach ging es weiter Richtung Westen.

Der Sequoia National Park

Sequoia
Andrea im Baum – der Größenvergleich ist crazy.

Unser nächster Stopp: Der Sequoia National Park. In Kalifornien gibt es neben dem berühmten Yosemite National Park noch einige andere. Eben auch den Sequoia Nationalpark. Der ist vor allem für seine unfassbar riesigen Bäume berühmt – die Riesenmammutbäume. Der größte von ihnen ist der General Sherman Tree. Es ist der größte lebende Baum der Erde und sein Alter wird auf 2500 Jahre geschätzt. Mit einem Stammdurchmesser von über 10 Metern und einer Höhe von über 80 Metern ist er ein echter Riese.
Durch einen Teil des Parks kann man einfach durchfahren und die riesigen Bäume bewundern. An einigen Stellen lohnt sich aber das Aussteigen. So zum Beispiel für den General Grant Tree Trail oder aber den Felspfad hinauf zum Moro Rock. Einer wahnsinnig beindruckenden Felsplattform mit einer irren Aussicht über Wälder und Berge. Wir haben uns hier einfach für eine Zeit hingesetzt und nur gestaunt. 

Ausblick vom Moro Rock.

Ein junger Mann aus dem Dorf kam dann noch dazu und wir haben uns mit ihm über den Park unterhalten. Er hat uns erzählt, dass er jedes Wochenende herkommt, sich dort oben hinsetzt und die Aussicht genießt. Dann gab er uns noch einen Tipp für eine super Pizzeria. Das River View Restaurant in Three Rivers – dort gibt es nicht nur leckere Pizza, sondern auch das im Ort gebraute Bier. Die Lage, direkt am Wasser ist auch toll.

Nächster Halt: Yosemite Nationalpark

Kennt man aus vielen Filmen, der Blick ins Yosemite Valley. Links der El Capitan, hinten mittig der Half Dome.

Er ist ein must-see in jedem Reiseführer: Der Yosemite Nationalpark. Und: Er ist wirklich beeindruckend. Schon verrückt, den Half Dome und den El Capitan, die beiden berühmtesten Felswände im Nationalpark, mal in Echt zu sehen. Bisher kannten wir die nur aus Filmen oder von Fotos. Hier bräuchte man vermutlich viel mehr Zeit. Wir hatten für den Yosemite nicht ganz einen Tag. Wir haben ein paar der kurzen Tracks und Trails gemacht und schon die waren wirklich sehr schön. Zum Beispiel zu den Yosemite Falls.

Noch beeindruckender wären wohl ein paar der Mehr-Tages-Wanderungen oder auch die Aussicht von Glacier-Point. Das ist ein Aussichtspunkt hoch oben, von dem man über den ganzen Yosemite blicken kann. Allerdings nicht im März, da ist in den Bergen von Kalifornien zu viel Schnee und die Straße noch gesperrt. Leider.

Heading West – ab zur Küste über die fast Lane

Nach so viel Natur zog es uns zurück in die Zivilisation und wir fuhren über den Highway nach Westen. Unser nächstes Ziel: Die Universitätsstadt Berkley und San Francisco. Tipp fürs Autofahren in Kalifornien: Wenn ihr mindestens zu zweit oder dritt im Auto seid (je nach County unterschiedlich, rund um San Francisco zu dritt), dürft ihr die HOV-Lane (High-occupancy vehicle lane) benutzen. Diese Spur ist meistens frei, auch wenn es Stau gibt, ihr kommt also viel schneller voran. Wir waren uns immer unsicher und dachten zunächst, man müsste was dafür zahlen. So versuchen die Behörden hier die Leute zu Fahrgemeinschaften zu motivieren.

Berkley – DIE Universität in Kalifornien

Auf unserem Weg, der uns von Norden her Richtung San Francisco führte, kamen wir auch durch Berkeley, die berühmte Universitätsstadt. Die CAL oder UC Berkeley, wie die Universität genannt wird, gehört zu den renommiertesten Universitäten der Welt. Vor allem in den Feldern Physik, Biologie und Chemie gilt sie als absolute Spitzen-Universität.

Wir wollten es uns nicht entgehen lassen, einmal über einen echten amerikanischen Campus zu spazieren. Und teilweise ist es wirklich so, wie man es aus den amerikanischen Filmen kennt: Es gibt bestimmte Clubs und Gemeinschaften, die mit Ständen um Mitglieder werben. Studierende sitzen im Gras und lernen und irgendwie hat man hier das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein. Hier zu studieren muss toll sein.

Wir gingen in ein Café was in einer kleine alten Kapelle war (sehr süß) und dann ging es auch schon weiter.

San Francisco – Freiheit atmen

We you’re going to San Francisco… Blumen hatten wir nicht im Haar, aber diesen Oldie haben wir auf voller Lautstärke gehört, als wir über die Golden Gate Bridge in die vielleicht berühmteste Stadt in Kalifornien gefahren sind. San Francisco hat uns geflasht. In dieser Stadt herrscht eine ganz – ja man kann das schon sagen – freie Atmosphäre. Gefühlt sind die Menschen alle freundlicher, offener, herzlicher und irgendwie scheint in dieser Stadt alles leichter zu gehen. 

Wir haben uns drei Tage in der Stadt gegönnt. Und haben natürlich trotzdem nicht alles gesehen. Die Stadt teilt sich ziemlich klar in Viertel auf: es gibt das Italiener-Viertel, China-Town, das Hippe-Viertel, das Latino-Viertel, das Queer-Viertel, und und und…

Im Hippie-Viertel „Haight-Ashbury“ gibt es Batik-Shops und alternative Cafés und Bars. Hier durch zu schlendern ist großartig. Andrea hat hier Batik-Kleider probiert und wünscht sich seit dem eine Latzhose. (Das Batik-Kleid haben wir dann in Indien gekauft – die Latzhose steht noch aus).

Hauptsehenswürdigkeiten in San Francisco, die uns besonders gut gefallen haben:

Golden Gate Bridge – einfach ein muss. Und von jeder Perspektive und zu jeder Tages- und Nachtzeit ein Hingucker.

Golden Gate Kalifornien
Die Golden Gate Bridge. Oft im Nebel.

„Painted Ladies“ – Häuser-Reihe im viktorianischen Stil

Kalifornien beintet Ladies
Die bunten Damen im Vordergrund, dahinter die Skyline.

China Town

Das älteste (1848) Chinatown und die größte außer-chinesische Enklave in Nordamerika.

Das älteste Chinatown in Nordamerika: seit 1848

„Palace of Fine Arts“

Latino Viertel „The Mission“ 

Kunst-Hotspot. Berühmt für Street-Art und mexikanische Restaurants.

Queer Viertel „The Castro“

Viele Queer Bars und Kneipen, das LGBT History Museum,

Lombard-Street (die kurvenreichste Straße der Welt)

Big Sur und die Coast-Road

Nach drei Tagen Großstadt ging’s wieder raus – in die Natur. Durch die grünen Hügel von Palo Alto, hinter denen das Silicon Valley mit den Internet-Riesen Facebook, Google, und Co liegt, geht‘s hinaus. Wir fahren die Küstenstraße 1, den Cabrillo Highway, Richtung Süden. Wir stoppen in Santa Cruz und schauen den Surfern zu, die sich hier in die Wellen schmeißen. 

Deswegen der goldene Westen? Sonnenuntergänge am Meer sind immer mega.

Von hier geht es weiter nach Monterey. Der kleine Küstenort ist schön an den steilen Felsenklippen gelegen – und wie in jedem dieser kleinen Küstenorte könnte man hier hunderte Fotos machen. Wirklich schön. Eine Sache, für die Monterey sehr berühmt ist: die Krabbensuppe im Brot. Als wir hier den Pier im Hafen nach vorne gelaufen sind, wurde sie uns schon vor jedem Restaurant in kleinen Plastikbechern zum Probieren angeboten. Wirklich lecker. Wir sind den Pier zweimal hoch und runter gelaufen und haben vor jedem Restaurant probiert – danach waren wir auch satt 🙂

Benes Straße ins Glück: Krabbensuppe probieren for free!

Nur ein paar Kilometer weiter folgt ein noch süßer Ort. Wirklich verwunschen und mit alten Häusern wartet Carmel-by-the-sea auf uns. Wir genießen hier einen ausführlichen Strandspaziergang und bummeln durch die kleinen Läden und Boutiquen des Städtchens. Auch ein wunderbarer Platz für den Sonnenuntergang.

Es folgt das Highlight der Coast Road 1: Big Sur. Wir konnten nur einen Teil dieses Streckenabschnitts fahren, da die Straße dann wegen eines Erdrutsches gesperrt war. Aber allein der erste Teil war landschaftlich ein Knaller!

Eine der berühmtesten Brücken der Westküste hier in Big Sur.

Dänemark in Kalifornien: Solvang

Der Umweg hatte aber auch Gutes! So kamen wir auch in das kleine Städtchen Solvang. Und haben nicht schlecht gestaunt. Die 5000-Seelen Gemeinde ist fast vollständig im Stil dänischer Fachwerkhäuser gebaut – inklusive Mühle und Kirche. Hier könnt ihr beim dänischen Bäcker einkaufen, dänisch im Restaurant essen oder sogar dänisch feiern: Ende September (20.-22. September) sind die Danish-Days und das Julefest. Den ganzen Dezember hindurch wird Solvang zu einem der „christmassy towns of America“.

Dänische Brötchen und Dänisches Bier – mitten in Kalifornien.

Los Angeles und Hollywood

Wir umfahren ein gutes Stück der Coast Road und kommen in Moro Bay wieder drauf. Ein Stück später wird aus der Nr. 1 die 101 und wir halten in Santa Barbara, einem der berühmtesten Vororte von Los Angeles. Hier lohnt sich ein Spaziergang am Strand entlang, ansonsten ist die Stadt die teuerste Wohngegend Kaliforniens. Der Durchnitts-Quadratmeterpreis liegt bei über 10.000 US-Dollar. Wer Zeit hat, kann hier noch ein wenig herumfahren und die Villen der Reichen und Schönen bestaunen.

Weiter geht es hinein in die Stadt der Engel, Los Angeles. Unser erster Stopp ist auch hier der Strand. Der berühmte Venice Beach und der direkt daneben gelegene Muscle Beach. Hier tummelt sich die ganze Stadt, von Jung bis Alt. Skateboarder, Jongleure, Rentner auf Fahrrädern, Eltern mit Kindern und natürlich die Männer und Frauen an den Klimmzugstangen und anderen Kraftgeräten. Eine kunterbunte Mischung. Hier kann man viel Zeit verbringen und einfach nur schauen. 

Natürlich sind wir dann über den Hollywood Boulevard geschlendert, um den Walk of Fame zu sehen und das berühmte TCL Chinese Theatre, vor dem die Hand- und Fußabdrücke vieler berühmter Schauspieler und Regisseure zu finden sind.

Natürlich haben wir einen Abstecher zum Hollywood Sign gemacht und sind ein bisschen über den Rodeo Drive gefahren – die fette Villen-Straße in L.A. und: wir haben den Friedhof von Hollywood besucht. Den „Hollywood Forever Cemetery“. Hier sind Berühmtheiten wie George Harrison oder Dee Dee und Johnny Ramone  beerdigt.

Sonst hatten wir leider aber nicht mehr viel Zeit und mussten zurück Richtung:

Las Vegas

Wie soll man Vegas beschreiben? Wer einmal dort war, weiß wovon wir reden. Es ist nicht unglaublich schön oder unglaublich alt und historisch – es ist einfach nur unglaublich. Den Strip (die berühmte Casino-Straße) nach oben oder nach unten zu laufen – am Besten abends – und einfach nur zu schauen. Das reicht schon. Diese Stadt hat eine ganz besondere Atmosphäre. Wie Jahrmarkt oder Kirmes, aber rund um die Uhr und das ganze Jahr. 

Und es lohnt sich die Hotels nicht nur von außen anzuschauen, sondern auch hinein zu gehen. Geht man zum Beispiel ins Venetian hinein, erwartet einen wirklich die Stadt Venedig mit Canal Grande und allem was dazu gehört. Es ist wirklich unglaublich. Gespielt haben wir tatsächlich nur ein ganz kleines bisschen am Automaten – weil das irgendwie dazu gehört. Aber auch die Leute im Casino beim Spielen zu beobachten ist schon großartig. Hier kann man allerdings keine Woche verbringen – ein Wochenende oder ein paar Tage reichen fällig aus. Wir waren bei allem Zauber auch froh, wieder raus zu kommen aus der Stadt.

Wir haben hier im Ellis Island Hotel geschlafen – ein ruhiges Hotel mit Pool, etwas abseits vom Strip – dafür natürlich viel günstiger. Aber nur wenige Minuten zum Laufen. Außerdem mit tollem eigenen Restaurant und eigener Brauerei.

Kurz verwirrt wo wir sind – aber es ist doch noch die USA 🙂

Grand Canyon und rüber nach Utah

Ganz nah bei Las Vegas (in amerikanisch Dimensionen gesprochen), liegt auch der Grand Canyon. Den haben wir zwar nicht bei dieser Tour, aber bei einem früheren Aufenthalt in Las Vegas besucht. Aus der Stadt raus und rüber zum berühmten Skywalk, von dem man in den Canyon runter schauen kann, sind es gute 2 Stunden und 130 Meilen. 

Wer noch mehr Lust auf beeindruckende Canyons und Felsformationen hat, dem sei ein kleiner Schlenker durch den Bundesstaat Utah ans Herz gelegt. Hier gibt es den Canyonland National Park, oder kurz hinter der Grenze zum Bundesstaat Arizona, den berühmten Antilope Canyon.

Allgemeine Infos zum Trip durch Kalifornien: Übernachtung & Kosten

Wir waren bei dem Trip gute 10 Tage unterwegs. Mit mehr Zeit, kann man natürlich mehr sehen und schaffen. Wir hatten für den ganzen Zeitraum ein Auto gemietet, in dem wir auch die meiste Zeit geschlafen haben (außer in Las Vegas, eine Nacht unterwegs und in San Francisco). Das ist zwar nicht die bequemste, aber die günstigste Art zu Reisen dort. Denn sonst ist Amerika ja schon recht teuer.

Wildcampen ist in den USA grundsätzlich nicht verboten. Mehr Infos findest du dazu hier.

Sonst ist zu sagen, dass Übernachtungen recht teuer sind. Wir sind in einer Nacht in ein kleines Motel gegangen und haben 60 Euro ohne Frühstück gezahlt – für eine schlecht isolierte Kammer mit Doppelbett und einer Nachttischlampe. Aber auch hier gibt es gute Internetseiten, für Leute, die nicht gerne im Auto schlafen. Zum Beispiel: Priceline. Diese haben das Feature „pricebreaker“. Man wählt eine Hotelgruppe aus, dafür bekommt man dann ordentlich Rabatte, kann aber nicht entscheiden, welchem der Hotels aus der Gruppe man zugeteilt wird.

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